Auftraggeber|in Vermögen und Bau Baden Württemberg Amt Stuttgart
Leistung LPH 2+3 und 5-9 während laufendem Betrieb.
Zeitraum 2018 - 2026 - BA1: 2018 - 2021 - BA2: 2018 - 2023 - BA3: 2023 - 2025 - BA4: 2025 - 2026
Das Oberlandesgericht befindet sich in zentraler städtischer Lage im Stuttgarter Gerichtsviertel. Es wurde 1978 vom Staatlichen Hochbauamt Stuttgart geplant und zwischen 1978 und 1982 errichtet.
SFP wurde mit den Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in den Gebäudekernen Ost, West und Süd sowie mit der energetischen Sanierung ausgewählter Dach- und Fassadenbereiche und der Ausstattung mit Photovoltaik beauftragt.
Der Umgang mit der historischen, bauzeitlichen Substanz bildete einen wesentlichen Schwerpunkt des Sanierungsansatzes.
Auch unabhängig von einem formalen Denkmalschutz galt es, die architektonische Eigenständigkeit und die charakteristischen Qualitäten der Entstehungszeit zu bewahren. Die Sanierung folgte einem behutsamen, respektvollen und ressourcenschonenden Umgang mit dem Bestand.
Bauzeitliche, raumbildende Innenausbauten wurden in Teilen einschließlich ihrer Gebrauchsspuren erhalten. Insbesondere die prägenden Flurschrankwände aus Holz bewahren den Charakter der Innenräume und machen die ursprüngliche Gestaltung weiterhin ablesbar. Die erforderlichen funktionalen, technischen und energetischen Erneuerungen wurden mit dem Erhalt dieser Bestandselemente verbunden.
Eine besondere Herausforderung in Planung und Ausführung war es, den störungsfreien Weiterbetrieb der angrenzenden Gerichtssäle und des gesamten Gerichtsbetriebs unter Einhaltung der zugehörigen Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.
Erhöhte Anforderungen an Raumakustik und Medientechnik sicherten eine gute Sprachverständlichkeit und unterstützten die Verhandlungen in den Gerichtssälen.
Im Zuge der Sanierung wurden die Gebäudekerne mit neuen Aufzugsanlagen ausgestattet, die Treppenhäuser modernisiert und das gesamte Gebäude brandschutztechnisch ertüchtigt. Die WC-Bereiche wurden vollständig saniert und teilweise um barrierefreie WC-Räume ergänzt. Auf Teilen der Büroflächen entstanden moderne, flexible Arbeitswelten mit unterschiedlichen Nutzungsbereichen. Neue Teeküchen mit Kommunikationsbereichen fördern den Austausch der Mitarbeitenden. In den Fluren wurden die Bodenbeläge erneuert und die Wandflächen gestrichen.
Teilbereiche der Fassade sowie Überkopfverglasungen im Bereich der Gerichtssäle und des Foyers im Innenhof wurden energetisch saniert beziehungsweise ausgetauscht. Ergänzend wurden Dachflächen energetisch ertüchtigt und gemäß den Anforderungen des GEG mit Photovoltaik ausgestattet.
Die haustechnische Modernisierung umfasste den Einbau einer neuen Lüftungsanlage und die Erneuerung der Leitungstrassen für Haustechnik und Elektro. Das bestehende, mit Fernwärme versorgte Heizsystem wurde durch eine neue Gebäudeautomation optimiert.
Die durchgeführte Sanierung ist durch besondere baurechtliche Anforderungen im Bestand geprägt, ins-besondere durch die brandschutztechnische Ertüchtigung und die Integration barrierefreier Sanitärbereiche, deren Umsetzung unter Aufrechterhaltung des laufenden Gerichtsbetriebs und seiner Sicherheitsanforderungen eine eng abgestimmte, interdisziplinäre Planung und Ausführung erforderte.
Fotos: Sarah Weiselowski und SFP