Einladungswettbewerb Neubau Olgahospital und Frauenklinik am Katharinenhospital, Stuttgart

Architekten Sorg und Frosch Planungs GmbH mit HPP Hentrich–Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Luz Landschaftsarchitektur
Bauherr Landeshauptstadt Stuttgart
NF 28000 m²
Baukosten ca. 270 Mio. €

1. Preis 2004

Die Kinderklinik Olgahospital und die Stuttgarter Frauenklinik lagen bisher getrennt im Stuttgarter Stadtgebiet. Um Neugeborene und schwer kranke Kinder schnell und vor Ort behandeln zu können, werden die Kliniken auf dem Gelände des Katharinenhospitals, wo alle maßgeblichen Spezialisten arbeiten, neu erbaut. Das Neubauprojekt macht aus medizinischer, ökonomischer und qualitativer Sicht Sinn und wird die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Stuttgarter Klinikums weiter stärken.
Der Neubau entsteht auf einem Hanggrundstück in der Stuttgarter Innenstadt auf dem dichtbebauten Gelände des Stuttgarter Katharinenhospitals. Das Projekt ist mit den voraussichtlichen Kosten von 245 Mio. € die größte Einzelinvestition der Stadt Stuttgart seit langer Zeit.
Die hochkomplexe Gesamtanlage des Neubaus mit einer Fülle einzelner Funktionen braucht Übersichtlichkeit, Orientierung und Vielfalt. Durch die Zuordnung der Funktionsbereiche für Kinder und Erwachsene in entsprechenden Gebäudeabschnitten entstehen zwei Kliniken mit eigener Identität.
Die verglaste Eingangshalle der beiden Kliniken präsentiert sich als freundlicher und lichtdurchfluteter Empfangsraum mit Informationspunkt, Wartebereich, Kinderkino und Spielecken im Piratenschiff.
Das Sockelgebäude mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen ist als solide Basis ausgebildet. Dementsprechend sind die Fassaden aus Backstein mit eingeschnittenen Fensterbändern . Dreigeschossige, fast quadratische Bettenhäuser ruhen auf diesem Funktionstrakt. Sie sind als markante Pavillons mit leichten, vorgehängten Aluminiumfassaden verkleidet und entlang der Haupterschließung, einer Magistralen in Ostwestrichtung, angeordnet. Die Pavillons mit eingeschnittenen Lichthöfen und begrünten horizontalen Dachflächen lehnen sich in ihrer Proportion und Kleinteiligkeit an die umgebende Bebauung an.
Zur Erhöhung des Nutzerkomforts und zur Minimierung der Betriebskosten wird in allen Bereichen großer Wert auf eine optimale Nutzung von Tageslicht gelegt. Alle zentralen Funktionen sind entlang der Außenfassade angeordnet, Oberlichtbänder und Innenwände aus Glas leiten natürliches Licht auch in die Raumtiefen. Großflächige Verglasungen entlang der Magistralen lassen Verkehrswege zu Räumen mit angenehmer Atmosphäre werden und gewähren Blicke in die Gartenhöfe.
Diese thematisch individuell gestalteten, begrünten Innenhöfe sind wesentliche Elemente der Außenraumplanung. Gemeinsam mit dem zentralen Platz entsteht ein lebendiges Gefüge von Innen- und Außenräumen. Für zukünftige Entwicklungen setzt der Masterplan das Konzept „Raumfolgen entlang einer Achse“ als vielfältige und effiziente Netzstruktur fort. Im ersten Bauabschnitt schafft der markante Neubau Olgahospital und Frauenklinik ein Stück Stadt mit eigener Urbanität: eine neue, persönliche Adresse entsteht.