Am Bestand weiterbauen Wettbewerb Jugendhaus mit Tageseinrichtung für Kinder, Stuttgart-Bad Cannstatt

Bauherr Stuttgarter Jugendhaus gGmbH
Planer Oliver Sorg, Reinhold Hammerer
Landschaftsarchitekt knoll.neues.grün.GmbH
Planung 2016
4. Rang Anerkennung 2017

AM BESTAND WEITERBAUEN...
Das Bestandsgebäude wird behutsam weiterentwickelt. Teile die noch verwendet werden können, sollen auch zukünftig Ihren Zweck erfüllen. Dies bedeutet das der Saal, die Gruppenräume sowie im Keller die Technikräume, Musikbereich, Tonstudio, Fitnessbereich (teilweise) erhalten bleiben.

SCHUTZ UND GEBORGENHEIT EINERSEITS ,
„COOL UND CHILLIG“ANDERERSEITS
Das neue Jugendhaus und die Kita sind unter einem gemeinsamen großen Dach angeordnet .Um den gemeinsamen zentralen Innenhof
gruppieren sich alle Funktionen. Das Cafe und der Marktplatz direkt am Eingang ist der Zentrale Treffpunkt und lädt zum Verweilen ein. Hier verbinden
sich die unterschiedlichen Nutzergruppen .Der Raum ist multifunktional angelegt
und offen für vielfältige Nutzungen. Die Kita ist als neuer Anbau nach Süden orientiert und einem attraktiven kindgerechten Spielgarten angeordnet. Die „gezackten“ Außenwandscheiben des bestehenden Saales werden zu Garderobennischen im Innenraum der Kita umgenutzt. Der so entstehende innenliegende Spielflur ist durch ein Oberlichtband natürlich belichtet.
Die Spielräume sind durch großzügige Türöffnungen zusammen schaltbar . Die großzügigen Glasflächen nach Süden bieten eine schöne Blickbeziehung zum Garten. Vorgelagerte Sonnenmarkisen spenden im Sommer Schatten

Der zentrale Innenhof ist bis auf das UG abgegraben. Die angrenzenden neuen Wandbauteile mit großzügigen Glasschiebe- oder Faltelementen werten durch die optimale Tagesbelichtung die UG Räume deutlich auf. Die einzelnen Nutzungen sind direkt an den Hof angeschlossen . Der Innenhof wird von den Jugendlichen selber mitgestaltet. Der Bodenbelag
ist frei mit Farbe frei gestaltbar, im Rahmen von Street Art Projekten .Ebenso die neue Kletterwand , sowie die Wände in den Foyer Bereichen im UG und OG werden von den Jugendlichen selbst gestaltet!
Das Cafe hingegen, ist in seiner Farb- und Formgebung eher neutral für alle Besucher (Eltern der Kita, Jugendliche)

MATERIALKONZEPT
Das Haus wird einer vollständigen thermischen Sanierung unterzogen. Die Auslegung der Dämmstärken erfolgt nach den Standards Passivhaus. Die Auswahl der Baustoffe erfolgt primär nach ökologischen und ökosozialen Gesichtspunkten, insbesondere wird darauf geachtet, dass die Materialien PVC und Halogenfrei sind, Transportweg möglichst kurz gehalten werden. Die Außenfassade sowie die Neubauteile werden als Holzkonstruktion errichtet und die Oberflächen mit Holz verkleidet. Die Außenfassade kann anstelle einer stehenden Holzschalung auch mit einer Schindelfassade ausgeführt werden. Die vorgesehenen Hölzer werden aus den umliegenden regionalen Wäldern bezogen.
Sämtliche Holzoberflächen sind naturbelassen oder vorpatiniert und wartungsfrei.

GRÜNDACH, REGENZISTERNE, BRAUCHWASSERNUTZUNG
Das umlaufende Schrägdach wird als Serum Extensivdach mit 15cm Gründachaufbau hergestellt, das Flachdach mit einem Gräsergründachaufbau ebenfalls 15cm mit Anstau als Regenrückhaltung. Der Vorteil des Gründaches liegt neben ästhetischen Gesichtspunkten vor allem darin, dass ein hohes Maß an sommerlichem Wärmeschutz gewährleistet sein, die Flächen einen guten Retentionskörper bilden. Das anfallende Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und für die Gartenbewässerung und Toilettenspülung genutzt.

SOLARE NUTZUNG
Eine konsequente Vordachausbildung lässt grundsätzlich ein sehr hohes Maß an Wertbeständigkeit erwarten, gleichzeitig lassen sich hier die passive Sonneneinstrahlung in optimaler Weise nutzen. An der Südfassade der Kita wird die Vordachausbildung auf 2m erhöht. Daran vorgelagert wird eine Sonnenmarkise. Dadurch ist auch ein entsprechend großer Vorbereich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.